Eingefleischte Chelsea Supporters wissen es: Seit einigen Jahren
trifft sich jeweils ein Grüppchen blauer Herzen mit Kind und Kegel zum
österlichen Eiertütschen - wahrlich ein sympathischer Anlass für Gross und
Klein! So kamen sie also aus allen Landesteilen der Schweiz angereist, um dem
gemeinsamen Hobby zu frönen. Im Gegensatz zu früheren Jahren – dieser Anlass hat
sich in unserem Verein mittlerweile wirklich etabliert – haben sich aus
unerfindlichen Gründen etwas weniger Leute eingefunden, als erhofft. Ich
schätze, dass wir rund 30 Personen waren – nun gut, der Schreibende, sich dieser
Tatsache allmählich bewusst werdend, entschied sich flugs für drei zu trinken
(dazu weiter unten mehr...). Man ist ja flexibel und schliesslich hat ja alles
ein Verfalldatum! Hoffen wir, dass wir beim nächsten Mal noch mehr Leute
begrüssen dürfen.
Was war noch anders? Richtig, im Gegensatz zu früher haben wir uns in der
Freizeithütte Meielen in Zollikofen und nicht mehr in der Waldhütte bei Schüpfen
getroffen. Die Vorteile liegen auf der Hand: seien es die grosszügigen
Platzverhältnisse, sei es die angrenzende Spielwiese für die kleinen und grossen
Kinder, die guten Anfahrtswege oder beispielsweise die grosse Terrasse, auf
welcher unser Präsi auch in diesem Jahr seine Rede schwingen konnte, um uns den
päpstlichen – pardon – seinen österlichen Segen zu erteilen...
Ganz wichtig: Im Unterschied zum Vorjahr – ihr mögt euch erinnern, wir mussten
damals kurzfristig dem schlechten Wetter Tribut zollen und in die Stufenbar
dislozieren – spielte das Wetter diesmal voll mit! Ohne mich mit fremden
Lorbeeren zu schmücken, bin ich bis heute überzeugt davon, dass ich meinen Teil
zum guten Wetter beigetragen habe: Bin ich doch, zusammen mit Jüre Schnelli und
Jüre Pfister, eine Woche vorher aus Neuseeland zurück gekehrt, wo wir 5 Wochen
lang jeden Tag die Sonne genossen haben. Jüre Schnelli sogar während 3 Monaten!
Richtig, wir haben das gute Wetter ganz einfach mitgebracht. Und klar, für Jüre
Schnelli wars schon was Besonderes, euch nach so langer Zeit auf der anderen
Seite der Kugel, wieder zu treffen...
Sehr bald einmal wurde nun das Buffet eröffnet: Wie in den Vorjahren wurden wir
auch heuer mit sehr grosszügig angerichteten Fleisch- und Käseplatten verwöhnt,
der weisse Wein dazu mundete mir vorzüglich. Es versteht sich von selbst, dass
ich bereits nach dem zweiten Fläschli mit dem Zählen aufhörte. Man schweigt und
geniesst. Wobei ich mich sogleich korrigieren muss, wir haben genossen und
geschwatzt, was denn sonst? Wie nicht anders zu erwarten, erreichte die Stimmung
bald ihren siedenden Höhepunkt und wir näherten uns schnurstracks dem
eigentlichen Kern der Sache, nämlich dem Eiertütschen. So manches Ei musste dran
glauben und es war einfach eine Freude, auf jedem Ei wiederum das Logo unseres
Vereins anzuschauen. Ein grosses Merci dem OK! (Das Nonplusultra waren aber die
Chelsea Supporters Tischsets, einfach der Hammer waren die!) Nun waren wir
bereit für unser Lotto. Wie in früheren Jahren gabs wieder zahlreiche Preise zu
gewinnen und unser Präsi lief mittlerweile zur Hochform auf. Es ist erstaunlich,
wie gut er die natürlichen Zahlen und deren Reihenfolge kennt, die Eleganz, mit
der er beispielsweise eine „Dreizehn“ zieht und ausruft, ist unerreicht und
schon fast legendär. Bruno Schlatter mit seiner Bingo-Show muss sich also warm
anziehen. (Das nächste Mal, lieber Svenu, bitte einfach Zahlen ziehen, die auch
auf meiner Karte stehen!)
So neigte sich der sonnige Tag langsam seinem Ende zu, die Kinder spielten auf
der Wiese ihre Spiele und alle anderen genossen die Zeit auf ihre Weise. Langsam
begannen sich die ersten zu verabschieden – Auf Wiedersehen, bis zum nächsten
Anlass! – und zum Schluss versammelten sich die Hartgesottenen noch ums Feuer,
um das Phänomen Restalkohol in seiner ganzen Tragweite besser zu verstehen.
Dabei muss es passiert sein: In meiner seligen Trunkenheit liess ich mich auf
fahrlässigste Art von einem Mitglied des Vorstandes dazu überreden, den
diesjährigen Bericht zum Eiertütsche zu verfassen. Nachdem ich – bar jeglicher
Vernunft – euphorisch zugesagt hatte, habe ich mich aber schnell wieder
beruhigt.
Morgen wird das ja eh kein Schwein mehr wissen und überhaupt: Was interessiert
mich schon mein Geschwätz von gestern?! Leider habe ich nicht mit dem guten
Gedächtnis unseres Vorstandes gerechnet. So geschah es doch, dass ich einige
Wochen nach unserem Fest auf eben diesen Bericht angesprochen wurde...nach
anfänglichem, energischem Abwehren musste ich aber bald kapitulieren. Man merke
sich: Es ist unklug, davon auszugehen, dass, nur weil ich einen Hektoliter
Weissen intus habe, es die anderen auch haben..:-)
Henusode, es ist schon fast Sommer, die Entsendung des heiligen Geistes ist
längst erfolgt (Pfingsten gehts eben nicht immer am ringsten), und ich schreibe
meinen Bericht kurz vor Redaktionsschluss. Was zu erwarten war...ich bin aber
erstaunt, was ich noch alles weiss von diesem Anlass. Auf alle Fälle hats extrem
„gfägt“! Kommt doch nächstes Jahr auch wieder!
Tom Markl