Der Vorstand zeigte sich erfreut und überrascht, als kurz vor dem CL-Halbfinale
eine Anfrage von SF DRS ins Haus flatterte. So wurde doch Chelsea Supporters
Switzerland eingeladen, das mögliche CL-Finale live im Fernsehstudio zu
verfolgen. Mit unseren rund 100 Mitgliedern würden wir die geforderten 50 – 60
Teilnehmer locker zusammenbringen. Zudem ist dieser Event doch etwas ganz
Spezielles für unseren Verein, das man so rasch nicht wieder erleben kann. So
dachten wir…! Schlussendlich sind wir mit 45 Teilnehmern, jedoch jeder mit stolz
geschwellter Brust, nach Zürich gereist.
Die Abreise nach Zürich begann für mich zu dem Zeitpunkt stressig, (ihr kennt
mich ja: keine Reise ohne Schanä‘s Nerven liegen blank…), als bei uns zu
Hause das Telefon klingelte, just als wir das Haus verlassen wollten um den Zug
nach Bern zu erwischen. Nach kurzem Zögern und weil es mir eine Zürcher Nummer
anzeigte, (Fernsehtyp?), entschloss ich mich doch noch abzunehmen. Hier das
Gespräch:
„Hofstetter?“
„Ja, guten Tag, hier ist Radio NRJ, ist Sven Rüegsegger zu sprechen?“ Um
15.00 ist jeder Normalbürger am schäfferlen und für Werbung oder eine Umfrage
habe ich JETZT weder den Nerv noch die Zeit. Dementsprechend meine schroffe
Antwort, obwohl Sven neben mir stand und weil die Minuten bis zur Abfahrt des
Zuges nur so dahinrannen: „Der arbeitet und ist nicht da.“ Und tschüss…
„ Ja, aber er ist doch der Präsident der Chelsea Supporters?“ Für mich
der Moment nun doch ein wenig auf Freundlichkeit umzustellen: „Ehm, ja????“ „Sprech‘
ich in dem Fall mit Jeannette Hofstetter? Sie haben ja einen grossartigen Abend
vor sich und sind heute als Publikum beim Schweizer Fernsehen.“ Uiuiui,
jetzt muss ich aber ganz lieb sein.
„ Aus gegebenem Anlass möchten wir mit Herr Rüegsegger zwischen 16.00 und 17.30
ein Live-Interview machen!“
Folgende Gedanken schossen mir durch den Kopf: Interview? Live über den Äther?
Sven??? Liebes Radio NRJ, vergiss das ganz schnell wieder. Was mach ich denn
jetzt? Sven wird das auf gar keinen Fall machen und trotzdem war ich doch stolz
über diese Anfrage und wollte den Typ nicht einfach abwimmeln. Sven konnte ich
auch nicht einfach mal so fragen, der war ja gar nicht da…
Sven und ich würden uns nicht, (meistens), so gut verstehen wenn wir nicht oft
die gleichen Gedanken hätten. Als Sven begriff um was es bei diesem
Telefongespräch ging, hielt er mir umgehend sein Natel mit einer bestimmten
Nummer unter die Nase:
Wer vom Vorstand hat die kleinste Hemmschwelle? Hat dafür ein umso grösseres
Mundwerk? Kennt keine Scheu? Und hat zudem noch Fussballverstand? (Nicht, das
ich das den anderen Jungs absprechen möchte, aber muss hier ein bisschen
schleimen.) Aber eben, da kam nur einer in Frage…!
Ich habe umgehend Jürä informiert und merkte sehr schnell, dass sich Jürä nicht
unbedingt über den soeben gefassten Job freute. Dass er zudem Zeitpunkt ganz
andere Probleme hatte, sollte ich später erfahren: Ein Live-Interview war ihm
gerade sehr unwichtig, da er gewisse Zutaten für seine Reise nach Zürich
vergessen hatte, was ihn viiieeelll mehr stresste. Jedenfalls habe ich ihn
überrumpelt und konnte nicht recht verstehen warum er sich nicht genau so fest
freute wie ich. Deshalb der vom Schleimen…
Anyway, so stressten wir schlussendlich auf den Zug nach Bern wo uns rund 30
weitere Teilnehmer aus der Region sowie der der „Blue Dream Car, (versprach doch
ein gutes Omen), erwartete. Sogleich durften wir ein neues Mitglied, Robin,
kennenlernen. Weiter trafen wir die bekannten,treuen Gesichter an, die alle von
unseren Events nicht mehr wegzudenken sind.<
So nahmen wir die hoffnungsvolle Fahrt mit dem Car in Angriff, dem blauen Traum
entgegen… 1, 2 Bierchen fehlten natürlich nicht, Jürä gab sein Interview, (nach
zähen Gage-Verhandlungen mit Jürä ist das Interview auf unserer Homepage nun
veröffentlicht), und natürlich durfte auch eine „Rauch“-Pause nicht fehlen. Mit
knapp 20 Min. Verspätung trafen wir schlussendlich im Leutschenbach ein wo uns
bereits unsere Members aus Zürich und St.Gallen
erwarteten. An dieser Stelle: m@ (er schreibt sich wirklich so) schön, Dich
wieder mal gesehen zu haben. Das Gleiche gilt auch für Egger Thomas und Daniela,
Rüegg Daniel und Ramon. Flo und Stephanie, Ronnie, toll, euch kennengelernt zu
haben.
Nach der allgemeinen Begrüssung verpflegte man sich und liess das Warm-up über
sich ergehen. Wobei sich mein SF-Kontaktmann bei mir erkundigte wie es denn mit
dem Alkoholpegel so aussehe…! Schliesslich waren wir sowie die ManU-Fans die
Hauptprobe für’s EM-Studio. Nachdem ich ihn diesbezüglich beruhigen konnte, alle
nach Vorschrift (gell, Stephanie Wattinger…) in blau eingekleidet waren, und
eben nach Farben eingeteilt wurden, durften wir ins Studio. Stephanie hätte
nicht bei uns sitzen dürfen, weil sie ZU DEM Zeitpunkt als ein schnippisches
Fernsehtussie Farbenkontrolle machte, noch nichts Blaues anhatte.
Der Zeitpunkt war nun gekommen, vom Aufnahmeleiter unsere Choreo genehmigen zu
lassen. So schwenkten wir zur Probe unsere blauen und weissen Fähnchen die Jürä,
Säschu, Pädu und Svenu am Vorabend gebastelt haben. Merci viu mau, Giele! (Also,
damit es klar ist: das Fähnchenschwingen war selbstverständlich mit
lauten „Come on, Chelsea“ Rufen verbunden!!!)
Die Regie gab ihr Okay und meinte, das sehe ganz toll aus. Den ManU-Fans blieb
der Mund offen stehen, da sie rein gar nichts vorbereitet hatten. So schwenkten
sie dann halt ihr Halstücher, (gähn…). War sowieso eine eher müde Gesellschaft,
diese ManU-Truppe. Der Sieg in punkto Stimmung machen, Lautstärke und eben
Choreo ging ganz klar an uns. Im Nachhinein ein schwacher Trost, ich weiss. Aber
immerhin.
Als deren Sieg feststand, glaubten wir uns auf einer schwachen Geburtstagsparty.
Man ist halt verwöhnt. (ManU / Titeln).
Danke an alle Chelsea Supporters! Ihr habt super mitgemacht, ihr seid echte
Fans, die dem CFC in den Rücken gestanden sind. Auf jeden einzelnen von euch
sind wir mega stolz! Kaum vorzustellen was da abgegangen wäre, hätten wir
gewonnen. Ich befürchte fast, es wäre ein bisschen lauter geworden als bei
Bide’s Furz der wohl bis nach Moskau zu hören war und die Luft im Studio
regelrecht verseuchte…! Er ist nun nicht nur ein Stadionpenner sondern auch noch
ein Gegner-Provokateur (er tänzelte bei Lamp‘s Tor ganz frech durchs ganze
Studio vor den ManU-Fans rum), UND er ist garantiert das Vereinsmitglied das am
lautesten Einen fahren lassen kann. Scheissegal, dass Andi Egli gerade mit
ernster Miene ein Interview gibt und sich nun fast nicht mehr zusammennehmen
kann vor lauter Grinsen. Geil gsy, Bide!
Also, zurück zur ersten Habzeit, sorry bin etwas abgedriftet: Nachdem wir
Monsieur Gress und Salzi kennenlernen durften, Andi Egli trotz rotem T-Shirt als
Chelsea- Sympathisant akzeptieren mussten, ging’s los mit der ersten Halbzeit.
In dieser durften wir uns frei bewegen. In den Spielpausen hatte man sich dann
wieder ins Studio zu begeben, zum Applaudieren so hin und da. Oder damit unser
Manuel Andi Egli mit Chelsea-Accessoires ausrüsten konnte.
Tja, einen Kommentar zum Spiel erspare ich euch, ist überflüssig. Eine derartige
Niederlage enttäuscht natürlich ungemein und man wischte sich doch ein Tränchen
aus dem Gesicht als das Spiel endlich entschieden war. Egli konnte man
aber mangelnde Unterstützung keinesfalls vorwerfen. Der fieberte, besonders beim
Penaltyschiessen, regelrecht mit und schoss selber imaginäre Chelsea-Penaltys.
Nachdem dem unsagbaren Leiden beim Penaltyschiessen begann für mich persönlich
die schlimmste Halbstunde dieses Abends. Man hatte ein grosses Spiel blöd
verloren, ist enttäuscht, will einfach kurz allein sein und am liebsten
aufstehen und gehen. Eigentlich möchte man nur noch JT in die Arme nehmen, die
Augen schliessen und das Ganze ganz schnell vergessen.
Tja, bei einer Live-Übertragung geht das halt nicht so einfach. Da muss man
ausharren bis zum bitteren Ende. Man muss die scheissige Pokalübergabe über sich
ergehen lassen oder man darf sich mit Barnetta’s Knöchel befassen und warten bis
das Bla, Bla kurz nach 24.00 endlich, endlich ein Ende hat.
Trotzdem war die Carfahrt nach Hause recht laut, da im Verlaufe dieses langen
Abends halt doch gezwitschert wurde. Gegen 03.15 gingen dann auch in Moosseedorf
die Lichter aus und ein ereignisreicher Tag war zu ende. Ein erfahrungsreicher,
spezieller Abend, den wir zusammen als Verein wohl nicht soo schnell wieder
zusammen erleben werden, (nein, nein nicht wegen Chelsea, sondern als Event
generell) fand seinen Abschluss.
Ich bin stolz und dankbar, dass ich diesen speziellen Event überhaupt und
natürlich mit euch zusammen erleben durfte. Dies ist sicherlich die Meinung des
gesamten Vorstandes.
Ich bin stolz, dass es Chelsea trotz allem soweit geschafft hat.
Ich bin aber, zugegeben, auch stolz, dass TV und Radio unseren Verein entdeckt
haben. Unseren Verein ernst nimmt. Dies ist, meiner Meinung nach, ein
erfolgreiches Ergebnis, eine Belohnung für so manchen Schweisstropfen des
gesamten Vorstandes aber hauptsächlich auch für euch Mitglieder, denn dies ist
der Verdienst von euch allen!!! Ohne euch Mitglieder wären wir nicht das was wir
heute sind: ein erfolgreicher Fanclub der seinen CFC wirklich und wahrhaftig
unterstützt. Dank eurer Treue zu Chelsea Supporters Switzerland sind wir einen
Fanclub auf den man mit Recht stolz sein kann! Merci!
Mit einem kräftigen „Stand up, Blues“ sage ich tschüss, bis zum nächsten Mal!
Der Rest liess den Tag mit einer, (oder auch zwei), Flaschen Rotwein und
Geschichten aus dem Leben ausklingen.
Jeannette