08.04.11 - 10.04.11 Clubreise Chelsea FC – Wigan Athletic
Nachdem die letzten geplanten Reisen entweder infolge Schneegestöber / Flug
annulliert oder weil Birmingham das Gefühl hatte, sie müssten den Carling Cup
Final gewinnen, (dadurch wurde das Spiel gegen CFC verschoben), konnte nun
endlich wieder einmal eine Besuch in London stattfinden. So traffen sich Jürä,
Kusi, Michu, Säschu, Svenu und ich am Freitagmorgen um ca. 05.00 in Basel am
Flughafen und nahmen, noch ziemlich reduziert, den Flug nach Gatwick in Angriff.
Im Gatwick- Express war dann auch schon der Frühschoppen fällig. Der Wägelimann
war sich nicht bewusst, dass wir Schweizer das Bier lieber kalt trinken, so
musste das Getränk halt relativ warm „genossen“ werden…
Im Hotel, direkt beim Earl’s Court, haben wir wenig später das Gepäck im
gebuchten Hotel parkiert um dann das Tagesprogramm zu besprechen. Dass dies im
Pub um die Ecke stattfinden musste, versteht sich von selbst… Unser Säschu hatte
uns bereits im Vorfeld eine ellenlangen Shoppingwunschliste gemailt. Da wir uns
aber entschieden, zuerst das EKZ Westfield zu besuchen, musste Säschu sich
leider der Mehrheit beugen. Nicht ohne uns das Versprechen abzunehmen, dass
UNVERZÜGLICH danach MERC / Fred Perry und Henri Lloyd aufgesucht werden müssen!
Im riesigen Westfield angekommen, wurden zuerst ein paar Dekoartikel und
einige Preise für unser 10jähriges Jubi-Fest besorgt. Anschliessend sind wir
noch etwas im Einkaufszentrum „rumgesürmelt“ und schon machte sich doch wieder
der „cheibe“ Durst bemerkbar. Also: Zurück Richtung City / Covent Garden.
Dort musste uns Säschu dann unbedingt ein mysteriöses Ei zeigen: Ein Ei, das
wenn man es an die Wand klatscht, zum Spiegelei wird und unmittelbar danach
wieder ganz wird. Das Kinde im Manne kam zum Vorschein und wenn wundert’s dass
Svenu und Säschu da eingekauft haben???
Nach einem kurzen Abstecher zum Lillywithes, (Svenu kauft sich da immer seinen Jahresvorrat an Umbro-Schuhen, aber: Oh Schreck! Keine Umbro-Schuhe weit und breit), wurde das Shopping, nach einer kurzen Mittagspause im Pub, in die Carnaby-Street zum MERC verlegt. Svenu und Säschu stürmten den Laden und kamen, oh Wunder, schon nach kurzer Zeit mit je einer Einkaufstüte wieder raus.
Wer schon mal mit Svenu auf Shoppingtour war, weiss, dass er die Auslage im
Laden erst mal wirken lassen muss und manchmal über Stunden oder Tage zögert ob
er nochmals zurückkehren soll um einzukaufen.
Während also Säschu den nächsten Markenschuppen stürmte, kehrte Svenu relativ
kurzentschlossen in den MERC zurück um die zuvor begutachtete Jacke doch noch zu
kaufen. Yes! Das ging zackig! Juhui! Kein „Gliir“ in den nächsten Stunden ob er
wohl die Jacke doch noch kaufen soll oder nicht. Oder: „Weisst Du, meine jetzige
Jacke ist nicht mehr so schön, ich würde schon `ne neue benötigen… aber diese
hier ist halt schon teuer.“
Jacke wurde gekauft! Alles gut! Dachten wir….
Müde vom Shopping ging’s zurück ins Hotel um kurz Siesta zu halten und um Daniel
und Ramon Rüegg in Empfang zu nehmen, welche via Airport City zu uns gestossen
waren. Voll aufgedreht verkündete uns Ramon sein geplantes Abendprogramm. Zuerst
natürlich etwas essen und dann soll’s noch UNBEDINGT zum Salsa-Tanzen gehen…
Nach einigem Hin-und Her wo den das Nachtessen und vor allem nach welchen
Gelüsten, stattfinden sollte, entschlossen wir uns das „La Rueda“( Matthew:
Danke für den Tipp vor Jahren) an der King’s Road aufzusuchen. Ich glaube, alle
waren begeistert.
Unser Salsa-Tänzer ist aber schon beim Essen fast eingeschlafen, so wurde sein
Abendprogramm kurzerhand umdisponiert Richtung Bett.
Aus etlichen Erfahrungen wissen wir, dass ein Continental Breakfast im Hotel
nicht unbedingt das Wahre ist. So wurde am Samstagmorgen dem Frühstücksraum im
Untergeschoss des Hotels keine Beachtung geschenkt. Stattdessen genossen wir ein
typisches „english breakfast“ im Pub. Rüegg Senior war mit Rüegg Junior da schon
im Westfield auf Shoppingtour.
Schon war es Zeit um das Matchday-Ritual zu beginnen. Sprich, Eintrinken vor
dem Match. Also, Marsch durch den Friedhof Richtung Stamford Bridge. Schnell
noch unsere Matchtickets abgeholt und ab ins Pub. Meine Jungs haben auf der
letzen Reise ein kleines Pub mit Hinterhof (rauchtechnisch optimal) entdeckt.
Okay… alles klar! Im Hinterhof hatte es dann sogar auch einen Tisch frei.
Yiippiie! Nur war dieser Tisch VOR der Linie: Was das bedeutet? Ihr müsst euch
Folgendes vorstellen: OFFENER Hinterhof, so gefühlte knappe 10 Meter lang und 4
Meter breit. Sechs Tische, 4 mit und 2 Tische ohne Aschenbecher. Also: an
unserem Tisch durfte nicht geraucht werden! Hätte ich mich umgedreht oder wäre
NUR ca. 20cm nach hinten gerückt, wäre das mit dem Rauchen kein Problem gewesen.
So mussten wir halt wohl oder übel 3-4 Schritte machen um rauchen zu dürfen.
Man lernt nie aus, aber diese Logik ist mir immer noch nicht ganz klar…
Das letzte Pre-Match Beer vor dem Stadion sollte es dann in oder besser gesagt
vor der SO-Bar geben, wo dann auch Flo Boppart und Stephanie Wattinger zu uns
gestossen sind, welche schon am Donnerstag nach London gereist waren. Und auch
Rüegg’s waren pünktlich zum Match wieder da. Daniel musste dann sogleich ein
Interview geben und dem englischen Frölein erklären warum und weshalb wir da
sind.
Im Stadion wurde dann noch schnell ein Singha (!!!) Bier ins Hirn gedrückt, und
schon war der Anpfiff. Nur: Im Matchbericht wiederzu- geben bin ich nicht so
gut. Deshalb nur soviel: Wir hatten sehr gute Plätze / 5.Reihe Shed Lower,
Torres hat auch in diesem Spiel kein Tor geschossen, stattdessen war Malouda der
einzige Torschütze. Und dass wir einen Benayoun im Team haben, darauf machte
mich Michu aufmerksam… jaaa, sorry! Tut mir ja leid!
Und schon war’s wieder vorbei! Die Idee war, wieder zurück ins Pub mit dem
hier-darf-nur-beschränkt-geraucht-werden-Hinterhof. Hier waren wir aber infolge
geschlossener Gesellschaft nicht mehr willkommen. Also ab durch den Friedhof. In
unserem Pub um die Ecke haben wir alle zusammen eine gesellige Zeit verbracht,
bevor sich Flo und Stephanie wieder verabschiedeten. Und auch Junior Rüegg
wollte nun das gestrige verpasste Abendprogramm noch nachholen. So wollte er mit
seinem Papi ein Imax Kino aufsuchen und davor im Steakhouse essen. Infolge
Tube-Bauarbeiten / längere Wartezeit an der Station haben sie schlussendlich
einen Burger King aufgesucht…
Nur: Uns sollte es nicht viel besser ergehen. Auch wir hatten Lust auf ein Stück
Fleisch. Tja, der Verdauungsspaziergang fand bei uns vor dem Essen statt. Das
Steakhouse: „isch öppe in 15 Min. zu Fuss erreichbar“, war auch nach einer
halben Stunde nicht gefunden worden. Füsse schmerzten, die Bierblase drückte so
mächtig, dass Säschu keine Rücksicht mehr auf englische Gepflogenheiten nehmen
konnte, Michu ging auch schon mit gekreuzten Beinen, Magen knurrte immer mehr.
Ja was tut man da? Ab in die nächste Tube-Station, bezahlt 4 Pfund für ein
One-Way-Ticket / 1 Station!!! Merke: Wir hatten für diesen Tag mit Absicht kein
Tubeticket gelöst, da wir ja wussten, dass wir mehrheitlich zu Fuss unterwegs
sein würden.
Zurück an der Earl’s Court Station wurde dann der Tube-Mitarbeiter noch nervös
gemacht, weil gewisse Herren das Ticket vom Vortag benutzen wollten. Aber da
bewegt sich halt gar nichts, so kommt man nicht raus.
Es ist
also möglich, während einer Fahrt von ca. 5 Min. das unbrauchbare, eigentlich-
hätte-man-es-schon-gestern-wegschmeissen-können-Ticket mit dem heutigen,
gültigen vor 10. Min gelösten Ticket zu vertauschen.
Haiaiai! Giele! J
Kusi beobachtete die Szene ganz gelassen und schüttelte nur den Kopf.
Ein
feines Nachtessen genossen wir dann im bereits mehrfach erwähnten Pub um die
Ecke. Danach wurde noch der Schlummertrunk genossen, eine Fotosession mit Model
Sascha abgehalten und noch die eine oder andere Zigi geraucht…
Sonntagmorgen: Formel 1 in Malaysia, welches sich Rüegg’s und Svenu natürlich
nicht entgehen lassen. Das Rennen vom Bett aus verfolgt, husch um 11.00 das
english breakfast hinunter geschlungen, (ich verzichtete diesmal und genoss
statt dessen einen Spaziergang zum Starbucks), dann Rüegg’s verabschiedet,
welche einfach nicht genug bekamen vom Westfield und die verbleibenden Stunden
noch einmal dort verbringen wollten. Wir hatten noch Shoppen im
Chelsea-Megastore auf dem Programm und wollten es eigentlich gemütlich angehen.
Also: Marsch zur Bridge! Irgendwie verlagerte sich unsere Gruppe in die
Seitengasse zum Pub mit dem… ihr wisst schon was. (Hinterhof…rauchen…etc….etc.)
Könnt ihr euch noch an die „Sven kauft Jacke“ Story anfangs erinnern? Tja, Svenu
drehte sich um, übersah dabei einen mega Hacken in der Hauswand und alle hörten
ein lautes „Raaatsch“ welches richtig schmerzte in Ohren, vor allem in Sven’s,
und in der gerade mal knapp zwei Tage alten Jacke klaffte ein herrlicher
Dreiangel im Ärmel! Alle waren sprachlos und warteten mal Svenu’s Reaktion ab.
Er beherrschte sich aber sehr gut und somit war klar, dass wir halt doch noch
einmal Richtung Carnaby Street gehen würden. Obwohl es eigentlich seeehr gut
angefangen hätte mit Sven’s Einkaufsmoral… Und dass ich ihn am Vorabend
spasseshalber noch aufgezogen habe von wegen die alte Jacke hätte es jetzt schon
noch getan bis nach Hause und man müsse nicht immer sofort die neuen Sachen
anziehen, bekam jetzt innert Sekunden eine andere, neue Dimension. Das ist
halt, wenn man nicht auf Mutti hören will… smile. Das Shoppen Im Chelsea-Laden
machte dann halt doch nicht mehr soviel Spass… ist eigentlich auch immer
dasselbe.
So seckelten Svenu und ich dann noch einmal zum MERC während sich die anderen in
der SO-Bar erholten. Das Gesicht des Verkäufers hättet ihr sehen sollen: Sven,
die kaputte Jacke noch an, stürmte den Laden, schnurstracks zum Regal, kurz die
Grösse checken, ab zur Kasse, bezahlen, das Ganze hat ca. 2 Min. gedauert. Der
Typ verstand überhaupt nicht, weshalb jetzt da einer noch einmal DIE Jacke kauft
welche er ja bereits anhat. Beim nächsten Abfalleimer wurde dann die kaputte
Jacke ratzfatz entsorgt….!
Und schon mussten wir uns wieder Richtung Gatwick begeben. Mit einem leichten
Hüngerchen und der Abmachung, dass wir uns am Flughafen einen Burger reinziehen
würden, machten wir uns auf den Weg. Am EasyJet Schalter erwartete uns dann das
übliche Puff. Zum Glück entdeckten wir auf der gegenüberliegenden Seite den
Schalter für die ganz Schlauen wie wir. Der Schalter heisst „Online Check-in“,
was wir ja gemacht haben, d.h. an diesem Schalter gibt man nur noch schnell das
Gepäck auf, eine Sache von 2-3 Minuten. Burger! Wir kommen!!!
Ist einfach dumm, saudumm, wenn vor dir eine ganze Schlussklasse mit
pubertierenden Teenies ist, deren Lehrerin das System nicht begriffen hat. Und
so wurde Teenie um Teenie auf normalem Weg eingecheckt. Burger? Vergesst es!!!
Noch einmal ein heilloses Durcheinander und minutenlanges Anstehen bei der
Kontrolle mit dem es-durchleuchtet-dich-Ding, dann kurz den Kiosk gestürmt und
Güezis, Sandwiches, Chips und sonstige lauter gesunde, hungerstillende Sachen
gekauft und schon mussten wir zum Gate.
Jürä und Säschu haben währenddessen lieber noch eine geraucht, wurden dafür dann
noch gefilzt. Der eine hatte noch die Schlüssel im Hosensack, der andere hatte
ja so ein Ei gekauft und hatte es im Handgepäck…. Das Durchleucht-Ding war
entsprechend überfordert…
Nach einem ruhigen Flug sind wir müde aber zufrieden wieder in Basel gelandet.
Mit der Erfahrung, dass trotz der vielen Trips, die wir alle bereits nach London
unternommen haben, jede Reise so ihre Tücken und Unvorhergesehenes bereit hält.
Aber genau das ist ja das Schöne und Spezielle. Und so bewahrt jeder für sich
seine eigenen Erinnerungen. Zum Beispiel ein Blick auf die
Kreditkartenabrechnung gäu Sven….
Schanä Rüegsegger