Spannend
begann diese Reise bereits im Vorfeld: Nämlich als der Vorstand ca. 2 Wochen vor
der Abreise feststellen musste, dass der Match auf Samstagmittag vorverschoben
wurde. Somit konnten wir die gebuchten Flüge vom Samstagmorgen gleich wieder
vergessen und es galt beinahe sämtliche Teilnehmer auf einen Freitagflug
umzubuchen.
Diesem Stress entging Töbu, der bereits im Vorfeld bekannt gegeben hat, dass er
bereits am Donnerstag nach London reisen wird.
Leider musste ein Teilnehmer am Freitagmittag kurzfristig absagen. Doch
Marghitola Markus erklärte sich bereit das Ticket zu übernehmen, er würde aber
erst am Samstag anreisen. Nachdem die Oberländer-Sektion am Freitagnachmittag
den Flug in Angriff nahm, traf sich der Rest am Abend desselben Tages in
Basel-Mulhouse.
Mit Flugverspätung konnten nun auch wir nach Luton reisen und durften so gegen
Mitternacht mit dem Bus in Stadt fahren, da inzwischen natürlich kein Zug mehr
Richtung City fuhr.
Spannend ging der Transfer zum Hotel weiter: Ab Victoria Station galt es nun das
Taxi zum Hotel zu benützen. Während Jürä mit seiner Gruppe schon beinahe
davonfuhr, bat ich das dritte Taxi, mit unseren Youngsters an Board, einfach uns
zu folgen. Bis zur zweiten Kreuzung klappte das hervorragend. Ja, wir konnten
sogar Jürä zuwinken, als wir bei roter Ampel neben seinem Taxi anhielten. Aber
oh Schreck! Bei grün fuhr Jürä’s Taxi gerade aus, während wir rechts abbogen.
Das verursachte bei mir schon ein bisschen Herzflattern. Doch zu meiner
Beruhigung folgte uns wenigstens noch das Taxi mit der Jungmannschaft. Doch
diese Freude sollte nicht lange wären. Bei der nächsten Kreuzung war plötzlich
auch dieses Taxi keineswegs mehr in unserer Nähe. Nun wurde es aber richtig
spannend! Wer wird wohl nun als erstes beim Hotel sein??? Tja, wir! Und bezahlt
haben wir dadurch natürlich auch am wenigsten. Es war nun ca. 02.00, wir einen
Riesendurst und die Hotelbar geschlossen. Die freundliche Receptionistin
erklärte mir in perfektem Englisch, (was sonst?), dass es da noch die
Möglichkeit mit dem Room Service gäbe, wir aber die Getränke gerne in der Lobby
trinken dürften. Ehm, die Bestellung konnten wir dann im schönsten Berndeutsch
aufgeben, da die Dame etwas Bedauern hatte mit unserem doch etwas holperigen
Englisch. Ca. 45 Min. (!!!). später bekamen wir die Gertränke serviert…
Am nächsten Morgen konnten wir dann, bei einem feinen english Breakfast, endlich
auch die anderen begrüssen. Zugleich wurden dann auch die kostbaren Matchtickets
verteilt. Gemeinsam wollte man sich etwas später zur Stamford Bridge begeben und
so vereinbarte man in der Hotellobby den nächsten Treffpunkt.
Während wir da so auf alle warteten kam plötzlich ein Hotelangestellter auf uns
zu und erkundigte sich ob wir zum Chelsea-Spiel wollten. Meine Antwort war ein
barsches „Yes“. Darauf erkundigte sich der Herr freundlich ob wir denn alle ein
Ticket hätten. Ich dachte: „Selbstverständlich, was glaubst Du denn?“
Geantwortet habe ich mit einem noch barscherem „Yeess!“ (Will der mir hier
Tickets vertickern, oder um was geht es? Lass mich einfach in Ruhe.) Der Herr
meinte darauf, ob wir denn ganz sicher wären, dass wir alle unsere Tickets
hätten!? Nun machte sich doch einen gewisse Unruhe breit und alle durchsuchten
ihre Jacken. Und tatsächlich! Es gab da jemanden der sein Ticket vermisste. Ganz
zaghaft teilte ich dies dem Angestellten mit, worauf ich ihm in die
Abgeschiedenheit folgen musste. Dort musste ich ihm ganz genau erklären, wo die
Person, die das Ticket verloren hat, beim Frühstück gesessen hat. Und siehe da,
er zog das Ticket aus der Tasche und überreichte es mir. Ich bedankte mich
darauf mehr als freundlich…! Puh, gerade noch mal gut gegangen. ( Sorry, B.W.,
es musste sein!)
So begab man sich zum Aufwärmen ins Pub, dort sollten wir auf Markus treffen und
ihm das Ticket zu übergeben. Und ebenfalls warteten wir dort auf „le Welsch“,
der ebenfalls aus Genf kommend eintreffen sollte. Dieser war dann wenig später
auch da. Auch sein Flug hatte mächtig Verspätung, eine Zeitlang hiess es sogar
alle Flüge nach London seien storniert. Doch mit dem Taxi ab Hotel ins George’s“
war Pierre-Edouard gerade rechtzeitig angekommen um noch ein Pint zu geniessen.
Von Markus fehlte noch jede Spur als wir uns zum Stadion begaben und so musste
sein Ticket hinterlegt werden. Er hat’s dann zur zweiten Halbzeit auch
geschafft! Woran’s lag? Dreimal dürft ihr raten. Da Markus den Flug gebucht hat
den auch wir ursprünglich geplant hatten am Samstag, konnten wir nur noch sagen,
Gott sei Dank haben wir umgebucht.
Und nun zum Spiel. Eindrücklich war die Zeremonie unmittelbar vor dem Anstoss,
als der kurz vorher verstorbene „King of Stamford Bridge“, Peter Osgood, geehrt
wurde. Vor dem Spiel wurden Blumen niedergelegt und eine Trauerminute wurde
abgehalten.
Chelsea begann konzentriert und machte sofort Druck auf das Tor von Tottenham.
In der 14 Minute erzielte Michael Essien das längst verdiente 1 zu 0. Das Spiel
hatte Chelsea im Griff, obwohl Tottenham jetzt mehr fürs Spiel machte. In der 43
Minute konnte Jenas für Tottenham ausgleichen. In der zweiten Halbzeit, nach dem
„Pausen-Tee“, machte Chelsea weiterhin starken Druck auf das Tor von Robinson.
Die Chancen häuften sich aber die Kugel wollte einfach nicht ins Tor und Töbu
ärgerte sich furchtbar über den sehr faulen Crespo. Die Zeit rannte Chelsea
langsam aber sicher davon. In der 88 Minute donnerte Didier Drogba den Ball an
den Pfosten. Ja, das wärs gewesen, das Siegestor! Noch 2 Minuten reguläre
Spielzeit. Come on Chelsea!!!! Nägelkauen verfolgen wir das Spielgeschehen, 3
Minuten Nachspielzeit! 92 Minute: Willie Gallas spurtete aus ähnlichem Winkel
wie Drogba zuvor aufs Tor… schoss… und der Ball zappelte im Netz. Was für ein
Tor!!! Gallas liess sich feiern. Das Spiel war zu Ende und wir sahen doch noch
ein Sieg.
Nachdem das Spiel doch noch glücklich ausgegangen war, ging’s natürlich wie
immer wieder Richtung Pub. Markus genoss noch ein, zwei Pint mit uns, bevor er
sich nach Luton aufmachte von wo er bereits am Sonntagmorgen wieder heimreiste.
Wir haben es bedauert, dass sich der ganze Stress nicht wirklich gelohnt hat für
ihn. Doch er sah das enorm locker. Das Nachtessen nahmen wir in einer Pizzeria
ein. Das war echt cool dort. Wir durften sogar jeder für sich selber ausrechnen,
(ca. 12Pers.), was er zu bezahlen hat. Uns wurden Taschenrechner und Stift
gebracht und los ging’s mit der Rechnerei. Der Kellner brauchte dann nur noch
den Stapel mit dem Gesamtbetrag abholen. Ich glaube, ihm ist ein gehöriges
Trinkgeld entgangen. Einige bekundeten noch etwas Mühe mit dem Linksverkehr.
Doch nach einem Schlummerdrunk war auch dieser Schreck vergessen und so ging
dieser Tag wieder einmal viel zu schnell zu ende.
Den Sonntag verbrachten alle auf die gewohnte Art und Weise: Camden, Lilly,
Wachsfiguren-Kabinett, Shopping. Gegen Abend traf man sich wieder im Hotel um
gleich wieder in alle Richtungen auszufliegen. Je nach Gelüste der festen
Nahrung, was ja zwischendurch nicht wirklich schadet. Und schon ist der Montag
da, Tag der Heimreise. Zeit zum Check-out um anschliessend noch zwei, drei
Stunden London zu geniessen.
Dazu eine kleine Story am Rande: Manuel, einer der Youngsters und zum erstenmal
mit dabei, war fast nicht ins Bett zu kriegen während diesem Weekend. Da sein
Bruder Mike endlich in Ruhe schlafen wollte, rauchte Mänu halt im Gang. Dabei
beobachtete er einen Hotelangestellten wie der so komische Zettel vor den
Zimmertüren verteilte. Auf seine Frage hin, was für Zettel seien, wurde Manuel
mitgeteilt, dass dies die Bestellungen für den Room Service betreffend Frühstück
wären. Ja, das machen wir doch gleich, hat sich Manuel gedacht. Am nächsten
Morgen hatte Mike von Mänu einen Zettel auf den Nachttischchen mit der
Mitteilung dass er nicht stressen muss mit Aufstehen, sie bekämen heute das
Frühstück auf’s Zimmer serviert. Worauf Mike einen Riesenschreck bekam.
Schliesslich kostete das Frühstück 15 Pfund. Pro Nase! Seine Bemühungen das
Frühstück per Telefon wieder abzubestellen waren erfolgreich, meinte er. Beim
Auschecken gab es dann doch ein kleines Hin und Her. Der Morgen wurde genutzt um
noch ein, zwei Artikel im Megastore zu besorgen. Okay, einige hatten eindeutig
mehr als zwei Artikel im Einkaufskorb… Stephanie nutze die Gelegenheit, sich
wieder einige CFC-Kleider zu kaufen, da ihr im Laufe der Zeit doch so einiges
gestohlen wurde.
Ein Teil des Vorstandes nutzte die verbleibende Zeit um bei unserer
Fanclub-Betreuerin Diane vorbeizuschauen. Dies um uns für die Fehler der
vergangenen Saison zu entschuldigen, ihr den neuen Präsidenten vorzustellen und
vor allem um ihr für alles zu danken. Aus diesen Gründen haben wir ihr einen
Geschenkkorb mit Schweizer Spezialitäten gebracht. Dieser rührte sie fast zu
Tränen. Sie freute sich wirklich sehr darüber, was wiederum uns freute. Ich
glaube schon, dass wir nun wieder einen Stein im Brett bei ihr haben.
Nach einem letzten Pint verabschiedeten wir Pierre-Edouard und Pascal, die mit
anderen Flügen in Richtung Schweiz zurückflogen. Und auch wir machten uns bald
darauf, nach Luton und somit wieder heimzufliegen.
Und so war auch diese Clubreise, einmal mehr viel zu schnell, schon wieder
vorbei.
Schane