Es
war kurz nach Mitternacht, als am Samstag in diversen Schlafzimmern die Wecker
klingelten. Mehr oder weniger gern quälte man sich aus dem Bett, (einige sollen
durchgemacht haben), damit man um 3.30 Uhr am Treffpunkt war. Gemeinsam nahmen
wir dann die Fahrt nach Genf in Angriff. Nach einem kurzen Zwischenhalt bei
Kaffee, Chäschüechli und Sandwiches waren auch die letzten müden Geister
erwacht. Gestärkt haben wir den ruhigen Flug nach Luton genossen und dabei
einen sensationellen Sonnenaufgang beobachtet.
(Jedenfalls einige von uns).
Nachdem
der Pilot endlich ein Loch in der unter uns liegenden Nebeldecke gefunden hat,
(Feststellung von Säschu), sind wir sicher gelandet und haben uns aufgemacht in
Richtung Chelsea. Im Chelsea Village Hotel haben wir endlich unser Mitglied aus
Deutschland, Stephan Dose, kennen gelernt.
Natürlich
war kurz nach dem Check-in das erste Pint fällig, Mann musste
sich schliesslich auf den Match einstellen. Diese Bier hatte sich Svenu
sehr wohl verdient: In unserem Zimmer hing ein ROTES Schnürchen von der Decke.
Wie es die Farbe schon sagt, bedeutet Rot Gefahr: Natürlich hat Sven
kurzerhand den Alarm ausgelöst...Es mues haut geng alles kaflet sy!
Während
wir noch gemütlich beim ersten Bierchen sassen, war Beat bereits im Shop! Stolz
hat er uns anschliessend die neu erstandene CFC-Jacke vorgeführt.
Kurz
nach Mittag sind endlich auch Gide und Steph zu uns gestossen. Nach einigen
Bierchen mehr, mussten wir uns auch schon zur Bridge begeben und unsere Plätze
einnehmen. Gespannt warteten wir auf den Auftritt von Brünu und Roger, welche
ja vor dem Spiel, in unserem Namen, Cudicini zum besten Spieler der letzten
Saison auszeichnen durften. Nach einem kurzen Hands-Shake und einem gemeinsamen
Foto war der Spuk auch schon wieder vorbei. Bereits stand das Highlight der
Reise an. Die Spieler liefen ein, der Match begann. Wie habe ich mich, trotz
totalem Unverständnis und mitleidigem Lächeln der Jungs auf diesen Moment
gefreut! Endlich durfte ich wieder mal mein Flo-Schätzeli aus nächster Nähe
bei einem Spiel zusehen und geniessen. (Flo hat mal beim CFC gespielt, spielt
heute beim diesmaligen Gegner Sunderland).
Unsere
neuen Mitglieder, die das erste Mal auf der Bridge waren, haben doch sehr
gestaunt, als das Stadion unter den Chelsea, Chelsea, Chelsea Rufen zu
beben begann. Und als „ Blue is the colour...“ angestimmt wurde, blieb ihnen
erst recht der Mund offen stehen! In der ersten Halbzeit war das Spiel ohne
grosse Höhepunkte recht ausgeglichen. Aber ehrlich gesagt, habe ich mich auch
nicht gross auf den Match konzentriert. Ich war mehr damit beschäftigt Flo von
vorne, Flo von hinten, Flo von der
Seite, Flo mit Ball, Flo ohne Ball zu fotografieren! Ich bekam Hühnerhaut als
die CFC Fans Tore Andre Flo-Rufe skandierten.
Nach der Pause war ich
schlichtweg überfordert. Endlich, endlich durfte auch Gudjohnsen mittun! Gudi
und Flo beobachten und fotografieren war ein bisschen viel für mich. Aber ich
habe trotzdem mitgekriegt, dass Gallas in der 57.Min. einen herrlichen Corner
von Le Saux ins erste Goal für Chelsea verwandelte. Dank unseren Plätzen
direkt vor unserer Nase. Nun war das Duell lanciert, sowohl Chelsea wie auch
Sunderland vergaben in den folgenden Minuten zwei, drei Chancen ein weiteres Tor
zu schiessen. Das Spiel ging hin und her. Zola machte einmal mehr richtig
Freude. Es gibt wohl keinen zweiten Kämpfer wie er auf den Platz. Ein Mann der
um jeden Ball kämpft und rennt, ein Mann der sich für nichts zu schade ist, um
dem CFC den Sieg zu ermöglichen. In
der 83.Min. verpassten so ziemlich alle einen weiteren Corner von Le Saux.
Desailly stand beim hinteren Pfosten frei und konnte den Ball schliesslich
volley reindrücken. Fünf
Minuten später, in der 88.Min. machte Hasselbaink alles klar und verwandelte
einen Pass von Zola zum 3-0.
Der
Sieg musste natürlich gefeiert werden, man begab sich also ins nächste Pub. In
einem indischen, teuren Restaurant haben wir später feste Nahrung zu uns
genommen. Leider ohne unsere Spiezer: Bide musste zu diesem Zeitpunkt bereits
forfait geben! Wie wir dann vernommen haben, hatte Bide bereits schon die erste
Halbzeit verpennt. Stellt euch mal vor: Da bucht man extra eine Reise um den CFC
zu sehen, bezahlt viel Geld für das Ticket und der Typ schläft im Stadion!
Isch de aube schad! Aber ich bin sicher, dass daran der lange, lange Tag und die
anstrengende Reise schuld waren...
Nach
einem Schlummertrunk haben wir uns ins Bett begeben, während andere noch den
Nachtclub oder die Hotelbar im Village getestet haben.
Ein
weiteres Highlight war sicher die Stadion Tour, welche am Sonntagmittag auf dem
Programm stand. Aber erst war Shopping im Megastore angesagt. Frauen in einer
Modeboutique sind nichts gegen das was sich innerhalb dieser Stunde abgespielt
hat: x verschiedene T-Shirts, Jacken, Pullover, Spielershirts wurden anprobiert,
unzählige Souvenirs aus dem Gestell genommen und wieder hingestellt, x-mal ging
die Frage „soll ich oder soll ich nicht?“ rum.
Bei
einer bestimmten Person durfte ich mir diese Frage bis am Montagmorgen bis in
den allerletzten Moment anhören. Ganz klar, dass der erspähte Pullover (ich
glaube es war der dritte) schlussendlich doch noch gekauft werden musste! Mit
vollbeladenen Einkaufskörben ging’s dann zur Kasse und die Portemonnaies
haben viel an Gewicht verloren.
Nun
begann endlich die Tour in das Herz der Stamford Bridge. Wir konnten z.B. einen
Blick in die Spielergarderobe werfen, wobei wir viele interessante Anekdoten und
„Mödeli“ über die Spieler erfahren haben. Lustig auch die Frage von Gide:
Er hat sich erkundigt wo Bosnich sein Koksdepot hatte! (Bosnich wurde jetzt
gerade infolge Drogenprobleme entlassen). Wir wissen nun zum Beispiel auch, dass
jeder Spieler 4 Shirts und 8 Paar Schuhe pro Match zur Verfügung hat. Oder
weshalb welcher Spieler welchen Platz hat. Dieser Blick hinter die Kulisse war
eindrucksvoll und wir haben entdeckt, dass längst nicht alles Gold ist was glänzt.
Das Stadion ist halt doch trotz allen Erneuerungen und Renovierungen schon recht
alt. Die Plätze der Presse sind alles andere komfortabel, die Spielergarderobe
längst nicht so luxuriös wie man’s vielleicht erwartet.
Den
Sonntagnachmittag haben wir auf dem Camden Market verbracht. Ein verrücktes
Viertel, wo es wirklich alles zu kaufen gibt. Auch dieser Tag neigte sich viel
zu schnell zu Ende. Leider konnten wir uns nicht auf ein gemeinsames Nachtessen
einigen, da einige auf etwas anderes Appetit hatten. Nach dem Essen im
Steakhouse hat uns Gide zu einem kurzen Spaziergang durch das Zentrum von London
eingeladen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Gide! Er hat sich
super um unsere „Londonneulinge“ gekümmert. Er hat auf diesem Rundgang
vieles zu erzählen gewusst (man kennt ihn nicht anders), und unsere Mitglieder
haben von London noch etwas anderes ausser Pubs gesehen. Auch wir
„Londonkenner“ haben von Gide noch das Eine oder Andere über London
erfahren. Merci viu mau Gide, das isch würklech genial gsii!
Den
Abend liessen wir in der Hotelbar bei dummen Sprüchen und wiederholten Annäherungsversuchen
von Seite Moser Dänu an Svenu ausklingen. ( z’Photo vom Svenu für Dis
Nachttischli chunnt de...) Ich glaube, auch unserem Inter-Fan, Lörtsch (englisch für Lerch), Martin, hat die Kulturreise sehr gut gefallen. Er
hat sicher Schmerzen im Nacken vom vielen "hingernacheluege" der Londonerinnen. Gäu,
Tinu!
Irgendwann
in der Nacht auf Montag haben uns Gide und Steph verlassen, da ihr Flug zurück
nach Zürich in aller Herrgottsfrühe war. Aber auch wir haben kurz nach Mittag
bereits die wieder Heimreise angetreten, und waren gegen Abend wieder in
heimischen Gefilden.
Bis
zum nächsten Mal!
Schanä