Bericht


30.11. - 02.12.02 Clubreise Chelsea FC – Sunderland
Fotos

Es war kurz nach Mitternacht, als am Samstag in diversen Schlafzimmern die Wecker klingelten. Mehr oder weniger gern quälte man sich aus dem Bett, (einige sollen durchgemacht haben), damit man um 3.30 Uhr am Treffpunkt war. Gemeinsam nahmen wir dann die Fahrt nach Genf in Angriff. Nach einem kurzen Zwischenhalt bei Kaffee, Chäschüechli und Sandwiches waren auch die letzten müden Geister erwacht. Gestärkt haben wir den ruhigen Flug nach Luton genossen und dabei einen sensationellen Sonnenaufgang beobachtet. (Jedenfalls einige von uns).

Nachdem der Pilot endlich ein Loch in der unter uns liegenden Nebeldecke gefunden hat, (Feststellung von Säschu), sind wir sicher gelandet und haben uns aufgemacht in Richtung Chelsea. Im Chelsea Village Hotel haben wir endlich unser Mitglied aus Deutschland, Stephan Dose, kennen gelernt.

Natürlich war kurz nach dem Check-in das erste Pint fällig, Mann musste  sich schliesslich auf den Match einstellen. Diese Bier hatte sich Svenu sehr wohl verdient: In unserem Zimmer hing ein ROTES Schnürchen von der Decke. Wie es die Farbe schon sagt, bedeutet Rot Gefahr: Natürlich hat Sven kurzerhand den Alarm ausgelöst...Es mues haut geng alles kaflet sy!

Während wir noch gemütlich beim ersten Bierchen sassen, war Beat bereits im Shop! Stolz hat er uns anschliessend die neu erstandene CFC-Jacke vorgeführt.

Kurz nach Mittag sind endlich auch Gide und Steph zu uns gestossen. Nach einigen Bierchen mehr, mussten wir uns auch schon zur Bridge begeben und unsere Plätze einnehmen. Gespannt warteten wir auf den Auftritt von Brünu und Roger, welche ja vor dem Spiel, in unserem Namen, Cudicini zum besten Spieler der letzten Saison auszeichnen durften. Nach einem kurzen Hands-Shake und einem gemeinsamen Foto war der Spuk auch schon wieder vorbei. Bereits stand das Highlight der Reise an. Die Spieler liefen ein, der Match begann. Wie habe ich mich, trotz totalem Unverständnis und mitleidigem Lächeln der Jungs auf diesen Moment gefreut! Endlich durfte ich wieder mal mein Flo-Schätzeli aus nächster Nähe bei einem Spiel zusehen und geniessen. (Flo hat mal beim CFC gespielt, spielt heute beim diesmaligen Gegner Sunderland).

Unsere neuen Mitglieder, die das erste Mal auf der Bridge waren, haben doch sehr gestaunt, als das Stadion unter den Chelsea, Chelsea, Chelsea Rufen zu beben begann. Und als „ Blue is the colour...“ angestimmt wurde, blieb ihnen erst recht der Mund offen stehen! In der ersten Halbzeit war das Spiel ohne grosse Höhepunkte recht ausgeglichen. Aber ehrlich gesagt, habe ich mich auch nicht gross auf den Match konzentriert. Ich war mehr damit beschäftigt Flo von vorne,  Flo von hinten, Flo von der Seite, Flo mit Ball, Flo ohne Ball zu fotografieren! Ich bekam Hühnerhaut als die CFC Fans Tore Andre Flo-Rufe skandierten. 

Nach der Pause war ich schlichtweg überfordert. Endlich, endlich durfte auch Gudjohnsen mittun! Gudi und Flo beobachten und fotografieren war ein bisschen viel für mich. Aber ich habe trotzdem mitgekriegt, dass Gallas in der 57.Min. einen herrlichen Corner von Le Saux ins erste Goal für Chelsea verwandelte. Dank unseren Plätzen direkt vor unserer Nase. Nun war das Duell lanciert, sowohl Chelsea wie auch Sunderland vergaben in den folgenden Minuten zwei, drei Chancen ein weiteres Tor zu schiessen. Das Spiel ging hin und her. Zola machte einmal mehr richtig Freude. Es gibt wohl keinen zweiten Kämpfer wie er auf den Platz. Ein Mann der um jeden Ball kämpft und rennt, ein Mann der sich für nichts zu schade ist, um dem CFC den Sieg zu ermöglichen. In der 83.Min. verpassten so ziemlich alle einen weiteren Corner von Le Saux. Desailly stand beim hinteren Pfosten frei und konnte den Ball schliesslich volley reindrücken. Fünf Minuten später, in der 88.Min. machte Hasselbaink alles klar und verwandelte einen Pass von Zola  zum 3-0.

Der Sieg musste natürlich gefeiert werden, man begab sich also ins nächste Pub. In einem indischen, teuren Restaurant haben wir später feste Nahrung zu uns genommen. Leider ohne unsere Spiezer: Bide musste zu diesem Zeitpunkt bereits forfait geben! Wie wir dann vernommen haben, hatte Bide bereits schon die erste Halbzeit verpennt. Stellt euch mal vor: Da bucht man extra eine Reise um den CFC zu sehen, bezahlt viel Geld für das Ticket und der Typ schläft im Stadion! Isch de aube schad! Aber ich bin sicher, dass daran der lange, lange Tag und die anstrengende Reise schuld waren...

Nach einem Schlummertrunk haben wir uns ins Bett begeben, während andere noch den Nachtclub oder die Hotelbar im Village getestet haben.

Ein weiteres Highlight war sicher die Stadion Tour, welche am Sonntagmittag auf dem Programm stand. Aber erst war Shopping im Megastore angesagt. Frauen in einer Modeboutique sind nichts gegen das was sich innerhalb dieser Stunde abgespielt hat: x verschiedene T-Shirts, Jacken, Pullover, Spielershirts wurden anprobiert, unzählige Souvenirs aus dem Gestell genommen und wieder hingestellt, x-mal ging die Frage „soll ich oder soll ich nicht?“ rum.

Bei einer bestimmten Person durfte ich mir diese Frage bis am Montagmorgen bis in den allerletzten Moment anhören. Ganz klar, dass der erspähte Pullover (ich glaube es war der dritte) schlussendlich doch noch gekauft werden musste! Mit vollbeladenen Einkaufskörben ging’s dann zur Kasse und die Portemonnaies haben viel an Gewicht verloren.

Nun begann endlich die Tour in das Herz der Stamford Bridge. Wir konnten z.B. einen Blick in die Spielergarderobe werfen, wobei wir viele interessante Anekdoten und „Mödeli“ über die Spieler erfahren haben. Lustig auch die Frage von Gide: Er hat sich erkundigt wo Bosnich sein Koksdepot hatte! (Bosnich wurde jetzt gerade infolge Drogenprobleme entlassen). Wir wissen nun zum Beispiel auch, dass jeder Spieler 4 Shirts und 8 Paar Schuhe pro Match zur Verfügung hat. Oder weshalb welcher Spieler welchen Platz hat. Dieser Blick hinter die Kulisse war eindrucksvoll und wir haben entdeckt, dass längst nicht alles Gold ist was glänzt. Das Stadion ist halt doch trotz allen Erneuerungen und Renovierungen schon recht alt. Die Plätze der Presse sind alles andere komfortabel, die Spielergarderobe längst nicht so luxuriös wie man’s vielleicht erwartet.

Den Sonntagnachmittag haben wir auf dem Camden Market verbracht. Ein verrücktes Viertel, wo es wirklich alles zu kaufen gibt. Auch dieser Tag neigte sich viel zu schnell zu Ende. Leider konnten wir uns nicht auf ein gemeinsames Nachtessen einigen, da einige auf etwas anderes Appetit hatten. Nach dem Essen im Steakhouse hat uns Gide zu einem kurzen Spaziergang durch das Zentrum von London eingeladen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Gide! Er hat sich super um unsere „Londonneulinge“ gekümmert. Er hat auf diesem Rundgang vieles zu erzählen gewusst (man kennt ihn nicht anders), und unsere Mitglieder haben von London noch etwas anderes ausser Pubs gesehen. Auch wir „Londonkenner“ haben von Gide noch das Eine oder Andere über London erfahren. Merci viu mau Gide, das isch würklech genial gsii!

Den Abend liessen wir in der Hotelbar bei dummen Sprüchen und wiederholten Annäherungsversuchen von Seite Moser Dänu an Svenu ausklingen. ( z’Photo vom Svenu für Dis Nachttischli chunnt de...) Ich glaube, auch unserem Inter-Fan, Lörtsch (englisch für Lerch), Martin, hat die Kulturreise sehr gut gefallen. Er hat sicher Schmerzen im Nacken vom vielen "hingernacheluege" der Londonerinnen. Gäu, Tinu!

Irgendwann in der Nacht auf Montag haben uns Gide und Steph verlassen, da ihr Flug zurück nach Zürich in aller Herrgottsfrühe war. Aber auch wir haben kurz nach Mittag bereits die wieder Heimreise angetreten, und waren gegen Abend wieder in heimischen Gefilden.

Bis zum nächsten Mal!

Schanä