21.10.09 - 22.10.09 Champions League Clubreise Chelsea FC – Atletico Madrid
Am
frühen Morgen traf ich mich mit "el Presidente" im Bahnhof und wir machten uns
auf den Weg Richtung Zürich. Erstaunlich war doch, dass wir noch nicht in der
Lage waren das erste Bier zu nehmen…In Zürich angekommen trafen wir uns mit Tom
Knuchel und Michael Wälty. Doch wo war Pascal Becher? Und schon schellte das
Handy von Sven und Pascal teilte mit, dass er gerade im Stau stecke und mit
einer kleinen Verspätung zu uns stossen werde. Gesagt, getan, checkten wir also
Richtung London Gatwick ein. Anschliessend gab es noch die individuellen Rituale
zu pflegen, die einen gingen direkt ins Bier, die anderen mussten vorher noch
ihre Lunge befriedigen und stiessen anschliessend mit dem Bier an.
Pünktlich konnten wir dann unseren Easy-Jet-Jumbo besteigen. Uns und vorallem
Tom Knuchel war nicht entgangen, dass im gleichen Flieger auch noch ein paar
wenige Atletico-Fans mitreisten. Als uns dann ein Easy-Jet-Mitarbeiter mitteilte
dass sie unbedingt noch eine Person benötigen, welche für Start und Landung auf
einem separaten Sitz Platz nehmen muss, zögerte Tom keine Sekunde und erklärte
diesem, dass er keine Lust habe, jedoch der Herr mit dem Atletico-Trikot in der
hintersten Reihe sicherlich begeistert wäre von dieser Idee…Es dauerte nicht
lange und der Atletico-Fan musste seinen Platz wechseln…hehe
In Gatwick (ist übrigens der Lieblings-Flughafen von Pascal Becher!) angkommen,
begaben wir uns auf den Gatwick-Express Richtung Victoria Station. Der Hunger
bei einigen wurde immer grösser, so dass wir uns entschlossen haben in den allen
bekannten Burger King zu gehen. Doch dieser war zu unserem grossen Erstaunen
wegen Umbauarbeiten geschlossen, wodurch wir uns dann sofort Richtung
Fast-Food-Ecke im Obergeschoss begaben. Die Bestellungen gemacht, in den Burger
reingebissen und schon war das Getränk von Pascal auf dem Boden verteilt..!
Frisch gestärkt ging es mit der Underground zum Earls Court. Nach einem kurzen
"Orientierungslauf" standen wir schliesslich vor unserem "Garden view Hotel". Da
die Zimmer noch nicht bereit waren, war der Entschluss schnell gefasst und die
Zeit im nächstgelegenen Pub um die Ohren zu schlagen. Per SMS wurden wir über
den ungefähren Standort von Edi Kippel informiert, da dieser individuell via
Heathrow anreiste. Nachdem die ersten paar Pints vernichtet worden waren,
begaben wir uns wieder zum Hotel um unsere Zimmer zu beziehen. Es waren nicht
gerade grosszügig ausgemessene Suiten, aber für eine Nacht reichte dies vollauf,
und der Preis von knapp CHF 60.-- pro Person war entsprechend ein Schnäppchen.
Als sich jeder in seine Chlesea-Kluft geworfen hatte begaben wir uns wieder
Richtung Pub (dasselbe wie vorher), warteten wir doch noch auf Edi der nach ein
paar weiteren Pints eintraf. Edi ging kurz ins Hotel, warf seine sieben Sachen
ebenfalls ins Zimmer und schon gings zurück ins Pub. Jeder der schon mal dabei
war weiss, dass die "Einwärm-phase" mindestens gleich viel Spass macht wie der
Matchbesuch selber. Nachdem die Zeit langsam knapp wurde um in einem anderen Pub
das Nachtessen einzunehmen, entschlossen wir uns mal Richtung Stadion zu gehen.
Vis-à-vis des Haupteingangs der Stamford Bridge befindet sich das legendäre Pub
"Sobar". Wir genossen einen Hamburger (ja ich weiss, schon wieder…) nach
Hausrezept, gewisse auch zwei.., und begaben uns ins Getümmel von Chelsea-Fans!
Einige machten sich vorher noch auf einen "Rauch-Spaziergang" und stiessen
später dazu resp. wollten dazu stossen. Denn im Pub war es dermassen eng, dass
Pascal und ich es vorzogen unser Bier an der Theke zu geniessen, da jeder
weitere Schritt mit entsprechenden Unannehmlichkeiten verbunden gewesen wäre.
Die Stimmung war super, ein Sprechgesang nach dem anderen, hüpfen, die Pints in
die Höhe, schreien und wieder trinken! So muss es sein! So begaben wir uns ca.
20 Minuten vor dem Spiel ins Stadion (wollten wir doch nicht zu früh dort sein,
denn das Bier hat ja bekanntlich bei Champions-League-Spielen keinen Alkohol
drin..!).
Bevor das Spiel begann herrschte – für ein Champions-League-Spiel – eine
sensationelle Stimmung in unserem Sektor. Wir hatten unsere Plätze diesmal im
Shed End in der zwei untersten Reihe, also fast auf dem Rasen..! Vor uns hatten
wir einen älteren Herrn mit seinen Kindern, welcher das Publikum immer wieder
dazu anspornte doch richtig Stimmung zu machen! Praktisch der ganze untere Block
war nicht am sitzen sonder am stehen – "das isch äbä Musig"!! Das Spiel begann -
unsere Jungs hatten am Anfang doch ein bisschen Mühe resp. Atletico spielte die
erste Viertelstunde recht stark auf. Immer wieder versuchten die
Sicherheitsleute die Fans zum sitzen zu animieren. Einige sassen kurz ab, andere
folgten ihnen, andere nicht.., und sobald der Ball die Mittellinie Richtung
unseres Tors (welches vom spanischen Hüter bewacht wurde) überquerte stand die
ganze Meute wieder auf und begann zu singen und jubeln..! Nach dem kurzen
Aufbäumen der Spanier übernahmen unsere Blues das Spieldiktat. Salomon Kalou
hatte nach ca. 20 Minuten die erste hochkarätige Chance, wurde er jedoch aus
meiner Sicht zu Unrecht zurückgepfiffen. Und wieder versuchten die
Sicherheitsleute die Leute zum sitzen zu bewegen, gleiches Spiel wie vorher…nach
einigen Versuchen haben sie es dann doch aufgegeben. Nur einer fehlte – unser
älterer Herr aus der 1. Reihe…zuerst hatte er sich noch mit den Helfern
unterhalten und dann – weg war er, nie mehr gesehen und wir wussten alle nicht
wo er geblieben war. Seine beiden Kinder blieben jedoch bis zum Schluss auf
ihren Plätzen.. Kurz vor der Pause schoss dann Kalou das verdiente 1:0 nachdem
Chelsea den Rest der ersten Halbzeit doch dominierte. Mit dieser Führung gings
in die Pause. Kurz nach Wiederanpfiff wurde klar, dass Chelsea dieses Spiel wohl
nicht mehr verlieren würde, schoss doch wiederum Kalou das Tor zum 2:0. Super
Frank erhöhte dann in der 69. Minute mit einem sehenswerten flachen Weitschuss
aus ca. 18 Metern gar auf 3:0. Die meisten von uns waren bei unserem internen
Tippspiel bereits aus dem Rennen, nur Sven (der 3:0 getippt hatte) und Edi (der
4:0 getippt hatte) waren noch ernsthafte Kandidaten für den Tagesgewinn (der
natürlich in eine Runde Bier investiert werden musste..). Sven fühlte sich schon
fast wie der sichere Gewinner als in der 90. Minute noch ein Freistoss für uns
gepfiffen wurde. Als hätte er es geahnt wurde die Flanke (un-)glücklicherweise
durch einen Spanier ins eigene Tor verlängert…Sven kochte innerlich….hehe. Er
brauchte doch einige Zeit bis er sich über den souveränen (evtl. ein Tor zu
hohen…) Sieg freuen konnte…glücklich und zufrieden verliessen wir die Bridge und
begaben uns ins "the George Pub". Wer dieses noch von früher her kennt dem sei
gesagt – man muss dort nicht mehr hingehen! Das Bier schmeckte zwar allen,
ausser Pascal der plötzlich ein extremes Kopfweh bekam (aufgrund von was ist mir
heute noch unerklärlich..), jedoch haben die Sanierungsarbeiten dazu geführt das
kuschelige, heimelige Pub in ein ziemlich stimmungsloses Lokal zu verwandeln. So
begaben wir uns nach dem einen Pint zu Fuss Richtung Earls Court.
Selbstverständlich haben wir uns vor der Rückkehr ins Hotel noch dazu
entschlossen einen standesgemässen Schlummertrunk zu uns zu nehmen! Im Hotel
angekommen resp. vor dem Hotel wurden wir plötzlich von einer übermütigen
Deutschen Jugendlichen, welche im UG unseres Hotels das Zimmer hatte noch
angesprochen. Einige von uns, da möchte ich explizit keine Namen nennen, liessen
sich natürlich sofort auf ein Gespräch mit ihr, und anschliessend auch mit ihren
Kolleginnen ein. Die ältere Generation begab sich aufs Zimmer um sich dem
wohlverdienten Schlaf zu widmen. Nach gewissen Ritualen, welche einige von uns
vor dem schlafen noch zu pflegen wussten, legte ich mich in mein Bett und kling,
kling – mein Handy läutete. Einer aus unserer Gruppe, von dem ich den Namen eben
nicht preisgeben kann/will, informierte mich, dass evtl. noch die Polizei ins
Hotel kommen würde…! Auf Rückfrage weshalb habe ich feststellen müssen, dass es
sich bei den Jugendlichen im UG um Schüler handelt, welche auf einer
Klassenfahrt waren. Scheinbar sei der Lehrer überraschend reingekommen und
dieser hatte gar nicht Freude an der nächtlichen Diskussion, weshalb dieser
gleich mit der Polizei drohte…
Die Nacht im Hotelzimmer war doch ein bisschen unruhig, zuerst ging der Wecker
los von einem welcher vergessen hatte, dass er diesen ja am Vortag auf ca. 05.00
Uhr in der Früh stellte, dann musste Edi auch schon um 06.45 Uhr gehen, da sein
Flug bereits früh ab Heathrow startete und als Sven seinen inneren Wecker hörte
konnte er natürlich eh nicht mehr weiterschlafen, weshalb wie dann alle
pünktlich zum Morgenessen erschienen, ausser Tom und Michi welche im anderen
Zimmer schliefen. Nachdem wir auch die beiden geweckt hatten begaben wir uns
Richtung Stadion um im Megastore noch einige Besorgungen zu machen. Da in der
Nähe noch kein Pub geöffnet war, fuhren wir noch an den Piccadily Circus, damit
Sven noch kurz ins "Lillywhites" reinschauen konnte (um für Schanä doch keine
Tasche zu finden..hehe) bevor wir in einem nahe gelegenen Pub noch einen
Abschlusslunch (fish n' chips) mit einem feinen Pint geniessen konnten. Nun
mussten wir uns auch von Tom verabschieden, flog doch dieser nach Basel zurück
um am Abend mit seiner Freundin – welche unter Flugangst leidet- wieder nach
London zu fliegen…! Der Rest der Truppe machte sich dann auf den Weg Richtung
Gatwick. Der Flug nach Zürich konnte ohne Verspätung in Angriff genommen werden,
leider waren die Atletico-Fans nicht mehr zu sehen…und so landeten wir pünktlich
wieder in Zürich.
Es war für mich, und ich hoffe auch für die andren, wiederum eine sehr gelungene
Clubreise und das Resultat war ebenfalls sehr zufriedenstellend (gäu Sven!)! Ich
freue mich bereits auf die nächste Reise!
Jürä Schnelli